Schlöndorff rügt die Kanzlerin
Die Kanzlerin musst ein letzter Zeit viel Schelte einstecken, von Medien-Seite, der Opposition sowieso und auch aus den eigenen Reihen. Der Filmemacher Volker Schlöndorff riet ihr jetzt dazu, doch einmal über eine Rückkehr in den alten Beruf nachzudenken.
“Könntest Du beim nächsten Mal nicht einfach abwinken?“, fragte der Oskar-Preisträger jüngst in einem offenen Brief im Magazin Cicero. „Und sagen: Acht Jahre waren genug, jetzt kehre ich zurück in meinen eigentlichen Beruf. Das hätte Stil”, befand Schlöndorff.
Den weiblichen Charme nutzen
Insgesamt gab es keine gute Kritik von dem Filmemacher. „Schmierentheater“ und „Schießbudenkabinett“ fallen ihm als spontane Assoziationen zur Regierungsarbeit ein. Ob die Kanzlerin die Kritik während ihres Urlaubes wahrnimmt, weiß man nicht. Den Rat aber, “nicht mit den politischen Schachzügen und Intrigen der ‘großen Männer’” regieren, sondern “mit dem Charme und der Aufrichtigkeit der Frau, die vor Jahren aufgebrochen ist in die Politik”, sollte sie sich vielleicht zu Herzen nehmen.
Besonders tadelnswert fand Schlöndorff das Verhalten der CDU-Chefin im Zusammenhang mit dem Abgang von Horst Köhler. So hätte die Kanzlerin hätte in einem persönlichen Gespräch “vieles klären können, anstatt Köhlers Entschluss so stillos Knall auf Fall geschehen zu lassen. Alles wäre besser gewesen als diese versteinerten Posen beim Zapfenstreich mit Fackelzug zur Verabschiedung”, beklagt Schlöndorff.
Wie wär’s mit Weiterbildung?
Wahrscheinlich ist die Meinung des Filmers für die Kanzlerin wenig relevant, aber wahrscheinlich sind die Aussagen auch nicht wirklich als Appell gemeint. Falls Frau Merkel überraschenderweise doch beschließt wieder Physikerin zu werden, sollte sie aber aber wohl wenigstens noch einmal ein Fernstudium absolvieren, damit sie wieder up to date ist.