Spaß haben und dabei mit gutem Vorbild vorangehen
In Deutschland und anderen Industrienationen nimmt die Anzahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher immer mehr zu. Die Gründe dafür sind mannigfaltig.
Mit dem Verschwinden des typischen Familienbildes ging eine fatale Veränderung des Ernährungsverhaltens einher. Gemeinsame Mahlzeiten im Kreise der Familie werden immer seltener, da mittlerweile in vielen Haushalten beide Partner berufstätig sind, wodurch es immer schwieriger wird, zu geregelten Zeiten zu essen. Immer seltener wird daher selbst gekocht. Junk Food und Fertignahrung treten als schneller Ersatz an die Stelle frisch zubereiteter Speisen. Dadurch verschwinden wertvolle Mikro-Nährstoffe vom Speiseplan und werden stattdessen durch Geschmacksverstärker, Fette und Zuckerarten ersetzt. Die Gerichte werden insgesamt immer kalorienreicher.
Energiedichte Nahrung ist prinzipiell für den Körper eine gute Sache, denn aus evolutionärer Sicht gilt es für den Organismus, die eigene Existenz zu sichern, je größer die Reserven, desto besser also. Problematisch dabei ist allerdings, dass unsere urzeitlichen Vorfahren für gewöhnlich praktisch ständig in Bewegung waren: auf der Jagd, auf der Flucht, auf der Suche. Das Bewegungspensum vieler junger Menschen beschränkt sich heute jedoch in vielen Fällen auf das Drücken von Tasten und Knöpfen, eine Entwicklung, die eng mit der Entwicklung moderner Unterhaltungstechnologien verwoben ist. Die heutigen Spielekonsolen etwa sind so leistungsfähig, die Spiele so komplex und faszinierend, dass es kaum verwundert, dass Kinder und Jugendliche wie gebannt vor der Mattscheibe hocken.
Es liegt in der Verantwortung der Eltern, ihrem Nachwuchs schon in jungen Jahren alternative Verhaltensmuster vorzuleben und sich aktiv mit ihnen zu beschäftigen. Kleine Kinder haben einen ganz natürlichen Drang, sich im Freien zu bewegen, zu laufen, springen, toben, klettern, Ball zu spielen. Diesen Drang gilt es zu erhalten und zu fördern, denn nur wer in Bewegung bleibt, schafft die Basis für einen Energieverbrauch, der dem Volumen der Energieaufnahme entsprechen kann.
Kleinkinder imitieren, was sie bei Erwachsenen, speziell ihren Eltern, beobachten, wenn Mutter und Vater also körperlich aktiv sind, Sport treiben oder einfach im Garten arbeiten, Radfahren und Spazierengehen, ist die Wahrscheinlichkeit äußerst groß, dass auch die Kleinen Bewegung als etwas Natürliches empfinden. Wenn hingegen beide Elternteile lieber bei Chips und Cola vor dem Fernseher sitzen, wird der Nachwuchs auch dieses Verhalten übernehmen.
Kinder haben enorm viel Fantasie, oftmals reicht es schon, mit ihnen nach draußen zu gehen und sie suchen sich selbst eine interessante Beschäftigung, wenn die Eltern dann noch mit in das Spiel einsteigen, ist das gleich doppelt positiv für den Nachwuchs, denn neben der motorischen Fähigkeiten werden auch die sozialen Bindungen und Verhaltensmuster verbessert. Dabei ist das Spiel mit den Knirpsen alles Andere als eine Last, auch Erwachsene können beim Herumtollen viel Spaß haben. Auch im Winter. Erinnern Sie sich selbst, wieviel Spaß Sie als Kind im Schnee hatten. Wie Sie auf die Suche nach dem besten Rodelberg gegangen sind, welche monumentalen Schneeballschlachten Sie in der Nachbarschaft erlebt haben und wie Sie ihre ersten Schlittschuhe ausprobierten. Was Ihnen damals Spaß bereitet hat, bereitet auch Ihren Kindern heute noch Spaß. Trotz Playstation, Internet &Co.