Satellitenbilder – Zeugen der Zerstörung
Heute mal ein sehr ernstes Thema. Seit es Google Earth gibt, hat Jeder die Möglichkeit, Satellitenbilder der ganzen Welt anzuschauen.
Google Earth zeigt jedoch immer nur eine Momentaufnahme und die Bilder werden nur selten aktualisiert. Auf diese Weise ist es nicht möglich, Veränderungen bestimmter Regionen wahrzunehmen. Ganz anders bei regelmäßig von den selben Orten gemachten Aufnahmen. Satellitenbilder vom Regenwald beispielsweise zeigen über die Zeit das erschreckende Ausmaß der Abholzung, die von profitgierigen Industriegiganten vorangetrieben wird. Allein auf Borneo und Sumatra fallen täglich Waldgebiete den Abholzmaschinen zum Opfer, die eine Fläche von 4600 Fußballfeldern ausmachen. Borneo war bis zum Beginn der industriellen Abholzung zu 95 Prozent von Urwald bedeckt, davon ist heute nur noch ungefähr die Hälfte übrig. Zwischen 2003 und 2007 wurden jedes Jahr durchschnittlich 1,15 Millionen Hektar Wald vernichtet. Auch Sumatra verlor von 1985 bis 2007 etwa die Hälfte des ursprünglich anwesenden Urwalds, hier sind es immerhin 550.000 Hektar die jedes Jahr von der Bildfläche verschwinden.
Die Abholzung bedroht nicht nur die örtliche Flora und Fauna, sondern ist auch eine große Bedrohung für den Klimaschutz, denn die Wälder auf Borneo und Sumatra zählen zu den größten tropischen Torfmoorwäldern der Welt. Durch die Entwaldung wird das in den Torfschichten gespeicherte CO2 an die Atmosphäre abgegeben. Experten sprechen daher bei der Rohdung der Torfmoorwälder von einer tickenden Zeitbombe für den Klimawandel. Bei der momentanen Geschwindigkeit der Abholzung sind die indonesischen Inseln voraussichtlich bis 2020 vollständig Waldfrei.
Satellitenbilder sind also nicht nur gut, um das Wetter vorauszusagen, sie führen uns auch schonungslos vor Augen, wie der Mensch das Gesicht der Erde verändert und zerstört.