Sonne, Sand, Wasser und Atomuhrzeit
Meine Uhr ist eine komische Uhr. Der Knopf zum Einstellen der Uhrzeit muss, wie bei eigentlich allen Quartz-Uhren, ein Stück weit aus dem Gehäuse gezogen werden, damit die Uhr gestellt werden kann. Um den Knopf herauszuziehen, ist ein gewisses Maß an Kraft nötig. Nun wundere ich mich aber oftmals, wenn ich einen Pullover an- bzw. ausgezogen habe, dass meine Uhr still steht, weil der Knopf herausgezogen wurde.
Prinzipiell sollte man ja der eigenen Gesundheit wegen die uneingeschränkte Herrschaft der Zeit auch mal ignorieren, Fünfe grade sein lassen und etwas lockerer an das Leben herangehen. Leider ist das in unserer Kultur und Gesellschaft nicht immer so einfach, hin und wieder ist Pünktlichkeit notwendig, wichtig und richtig, umso ärgerlicher, wenn dann die Uhr nicht die richtige Zeit anzeigt.
In der antike orientierte man sich am Stand der Sonne und maß Zeiträume mit Sand- und Wasseruhren, die Ungenauigkeit dieser Methoden würde eine moderne Kultur wie die unsere unmöglich machen.
Um also wieder am Puls der Zeit zu sein, begebe ich mich daher, wenn ich gerade einen Rechner mit Internetanschluss in der Nähe habe, ins Netz und rufe mir die Atomuhrzeit auf. Zwar hat natürlich auch der Rechner eine Uhr, aber wenn es z.B. wichtig ist, eine Bahn oder den Bus zu erreichen, habe ich lieber die bestmögliche Uhrzeit die ich bekommen kann. Und da gibt es nun einmal keine genauere als die Atomuhrzeit.
Die genaue Funktionsweise der Atomuhr zu verstehen, erfordert natürlich ein etwas tiefergehendes technisches Verständnis, ansonsten bringt einem folgende Erklärung wohl auch keine Erleuchtung: “Uhren können die Zeit umso genauer angeben, je konstanter die Schwingung ihres Taktgebers ist. In Atomuhren macht man sich die Eigenschaft von Atomen zu Nutze, dass beim Übergang zwischen zwei Energiezuständen elektromagnetische Wellen einer bestimmten Schwingungsfrequenz abgestrahlt oder absorbiert werden” (Wikipedia.de).